
Um es vorweg zu nehmen: Schwarze Schafe ist vermutlich der schlechteste Film, den ich je in ganzer Länge im Kino gesehen habe, und das auch nur aufgrund eines Missverständnisses: 2 Menschen haben sich 87min aus Höflichkeit gelangweilt, 2min geknutscht und 1min leicht geschmunzelt.
Die Filmkritik von Cineman zum Film liest sich wie folgt:
Eine Gruppe von Verrückten aus der deutschen Hauptstadt begegnet einem in Oliver Rihs neuer Satire «Schwarze Schafe» – einer witzigen Komödie, die weder vor der geschmacklosesten Derbheit noch von der grössten Skurrilität zurückschreckt.
Beim schnellen Überfliegen habe ich da wohl nicht die richtigen Schwerpunkte gesetzt: die sind hier ganz klar auf >>geschmacklosesten Derbheit<< und >>grössten Skurrilität<<, sprich inkoheränter Einfallslosigkeit. Dabei hätte mich ein wenig gründlicheres Recherchieren davon abhalten können, Geld auszugeben für einen zusammengemurksten Film voller alter, abgehalfterter Witze (Person A redet minutenlang schlecht über Person B, die unbemerkt hinter ihm steht, während alle Anderen es schon längst gesehen haben: Resultat – wie oft im Film – Prügel), fäkalen Geschmacklosigkeiten (eimerweise Scheisse, Supertunten mit Dauerdurchfall, Riesenkotzfontänen), talentfreien Laien-Schauspielern (das Schultheater grüsst den ganzen Film hindurch immer wieder als drogenverwirrter Treehugger, komatöse Oma, etc) und Einzelteilen mehrere Geschichten, die sowohl zeitlich als auch inhaltlich zusammenhanglos aneinandergeklebt wurden. Episonenfilm geht anders.
Ich hätte nur hier, hier oder hier lesen müssen, oder folgendes:
Sometimes all you need are great characters, good jokes, and plenty of bodily fluids… like American Pie (without the prudish American restrictions) in the visual style of “À Bout de Souffle”… great fun and a cult hit waiting to happen. George Williamson,
EyeforFilm
Das ist er: ein Film über Körperflüssigkeiten. Hinterher ist man immer schlauer.
Einzig und allein Jule Böwe und Milan Peschel spielen als Alkoholikerpaar so brilliant abstossend, dass man es kaum ertragen kann, was dummerweise zusätzlichen Anreiz gibt, das Kino zu verlassen. Zu viel schreckliches stürzt auf den Zuschauer ein, als das man zwischen miserabler Darstellung sympathischer Charaktere und grossartiger Darstellung miserabler Charaktere noch unterscheiden könnte. Tom Schilling und Robert Stadlhofer spielen professionell ihren Stiefel herunter, aber zwei langweilige Rollen gut gespielt machen noch keinen Kinoklassiker…
Fazit: grauenvolles Drehbuch, miserable Regie, zum Teil unterirdisch schlechte Schauspieler.