Heisse Meldung heute bei heise.de:

Google schaltet Website-Generator frei

Google hat den Online-Website-Generator Google Page Creator beta online gestellt, der Webseiten auf dem Google-Server veröffentlicht. [...]

Wer hat seit kurzem jetzt doch auch einen GMail Account, veröffentlich für alle potentiellen neuen Arbeitgeber, den Verfassungsschutz und fanatische Attentäter seine wirren Gedanken im Internet (eben hier in diesem Blog) und kennt Datenschutz nur theoretisch? Genau, ich, und deshalb habe ich natürlich auch als aller erstes mal in einem extrem kreativen Schub den Google Baukasten ausprobiert

Ganz nett, super schnell zusammengeklickt, eindeutig durchsuchbar, bis 100MB Platz und natürlich nicht im entferntesten valides HTML. Eindeutig zuordnungsfähig, zumal, wenn man nicht Sternchen0815 als Usernamen gewählt hat, sondern schön ordentlich eine Kombination aus vor und Nachnahmen. Google wirds freuen, Linkfarmen können jetzt gleich direkt gehostet werden.

Ich werd auch gleich mal fleissig Links einbauen.

Gleich…

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Startcartoon Titanic

Die dänische Zeitung hat ja nun schon vor einiger Zeit wie ich finde relativ sinnlos, relativ unlustige Karikaturen des Propheten Mohammed veröffentlicht, die ursprünglich als Illustrationen für ein Buch über den Propheten gedacht waren. Der Autor konnte keinen Illustrator finden – eben weil der Satz “Du sollst dir kein Abbild machen von XYZ” offenbar in den diversen Weltreligionen reißenden Absatz gefunden hat. Nur die Buddhisten haben’s verpasst und bauen riesige Goldstatuen von Siddharta, dem sie dort huldigen. Wie dem auch sei, ein kleiner Hinweis auf die Brisanz des Themas wäre es gewesen. Kurzentschlossen gab der Autor die Karikaturen in Auftrag, und der Jyllands-Posten hat sie aus irgendeinem Grund (Qualität und Witz reichen meistens nicht mal an die unsäglich langweiligen Bildchen von Thomas Plaßmann heran. (Der erscheint immer noch täglich in der Frankfurter Rundschau und hat jetzt, alter Revoluzzer der er ist, auf seiner Seite gut versteckt seine Solidarität mit den Kollegen bekundet. Wer sie findet, darf sie behalten.)

Den darauf folgenden Sturm der erst mäßigen Entrüstung, über Forderungen an die Dänische Regierung und offenen Briefen ehemaliger Diplomaten bis zur Eskalation mit Bombendrohungen und Barrikadenkämpfen um die Pressefreiheit will ich hier nicht nachzeichnen. Wer’s wissen will: einfacher geht’s kaum.
Europäische Zeitungen haben die Karikaturen nachgedruckt, Redakteure wurden entlassen, im arabischen Raum gehen tausende auf die Strasse, der Moslemverband in Dänemark beschuldigt Presse, Regierung und die Gesellschaft, und natürlich… Bombendrohungen, nicht erst seit kurzem sehr en vogue in solchen und überhaupt allen Fällen, in dem einem irgendwas nicht passt.

Um die Diskussion nicht abflauen zu lassen, soll den Moslems gezeigt werden, dass es total OK ist, Gott und seine besten Freunde zu zeichnen, OBWOHL das in der Bibel anders gesagt wird, z.B. Buddha, Jehowa, Gott und Mohammed (Allah ist nicht mal dabei). Gedruckt in einer französischen Zeitung, nachgedruckt von? Jyllands-Posten. Das nennt man dann wohl Deeskalation. Angesichts dieser Tatsache kommt dann die abgedruckte Entschuldigung des JP etwas unglaubwürdig daher.
Heiss entbrannt jedenfalls die Diskussion, die hüben und drüben die Vorurteile bedient: Ungläubige im Westen ([loriot] ach [/loriot]), mangelndes Demokratieverständnis bei den Moslems ([loriot] ach [/loriot]). Totschlagargumente wogen hin und her, die hart erkämpfte Pressefreiheit in Europa wird durch islamistische Bomben bedroht (vielleicht), Moslems in Europa haben sich die Demokratie als Staatsform ausgesucht (sicher nicht alle), etc pp.

Ich sage: hurra! Jetzt sind auch wir in Europa dabei, die Kluft zwischen ‘westlicher’ und arabischer Welt zu vergrößern! Wir sind ja schließlich wer, sowas kann man ja schließlich nicht allein Idioten wie Bush, Bin Laden, Blair und der Hamas überlassen (ich merke gerade, die Liste ist eigentlich verdammt lang). DIE wissen ja nicht, was sie tun!
In diesem Sinne: ich hoffe sehr, dass der JP nicht den aktuellen Startcartoon der Titanic als Solidaritätsbekundung abdruckt.

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