Gestern, Samstag der 17. November 2007, abends um viertel nach acht auf ARD, ORF1 und SF1. Die Alternative zu Fussball auf ZDF, ORF2 und SF2:

Musikantenstadl - Von Debilen für Debile

Wie heisst es so schön? Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte! Und in diesem Fall erfüllen die Bilder schon knapp den Tatbestand der Körperverletzung, dazu kommen minutenlange, auswendig gelernte tautologische Dialoge in Mundart – vornehmlich Österreichischer Herkunft im gestrigen Fall. Kein normal intelligenter Mensch, der nicht einer Gehirnwäsche unterzogen, medikamentös sediert oder physisch vor den Fernsehen fixiert wurde, schaut sich soetwas über Stunden hinweg an. Sollte man meinen. Irgendwer muss es aber doch schauen, sonst würde es ja nicht produziert. Irgendetwas schlimmes ist passiert. Ich weiss nicht genau was, und die political correctness sollte es mir eigentlich verbieten, diesem Bild den Untertitel ‘Musikantenstadl – Von Debilen für Debile’ zu verpassen.

Eigentlich.

Was mich dazu bringt, evtl doch über die Vorpremiere von ‘Free Rainer – Dein Fernseher lügt’ zu schreiben.

Kommentare (2)


Als Ökokind hat man früher in der Schule sein geschmiertes Pausenbrot in einer wiederverwendeten Brottüte aus Papier mitbekommen. Da man natürlich öfters Pausenbrote mitbekommen hat also zuhause Backwaren eingekauft wurden, und Tupperware quasi als obszön zu bezeichnen war, musste man die recycelte (früher hieß das natürlich nicht so) Brottüte wieder mit nach Hause bringen, damit man am nächsten Tag was zum einpacken hatte. Über die Woche konnte man so dem fettdurchweichen- und zusammenknüll- bedingten Zerfall der Papiertüte beiwohnen.
Freunde hatten Milchschnitten oder wenigstens ‘Lunchbags’ aus Plastik dabei. Das war zwar sehr viel ästhetischer, hatte aber einen gravierenden Nachteil.
Wenn zuhause neues Brot vorhanden war (meist gab’s am Wochenende Brötchen, d.h. also mindestens 1-2 neue Tüten), konnte man die Brottüte aufblasen, und am besten recht unvermittelt bei passender Gelegenheit laut knallend zerplatzen lassen. Mädchen kreischten, Getränke wurden fallen gelassen, Lehrer warfen einen aus dem Klassenzimmer… Actionfood in the making.
War die Tüte zu durchweicht, war der Knall nicht so beeindruckend, man musste also sorgsam abwägen zwischen optimalem Knallerlebnis und Verpackungsnotstand.
Diese Zusammenhänge sind mir letzte Woche erst richtig bewusst geworden, als ich im Flugzeug aus Amsterdam Richtung Zürich sass. KLM hatte die 1h Verspätung aus dem Hinflug nicht auf sich sitzen gelassen, und diesmal 2 draus gemacht. Als zusätzliches Feature gab es einen zweimaligen Gatewechsel, keine Sitzplätze und folgende Information vom Servicepersonal: “It’s not my fault!”.
Eventuell hierdurch bedingt, und vermutlich auch durch die 2 Bier während der Wartezeit, kam mir beim Anblick der beschichteten ‘Airsickness Bag’ die Erinnerung an besagte Freuden der Grundschulzeit.
Ich habe mich gefragt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass bei angenommenen 10.000 Flügen und wohl 2.000.000 Passagieren weltweit täglich noch nie jemand auf die Idee gekommen ist, so eine Tüte aufzublasen und platzen zu lassen?
Gelesen habe ich von solch einem Vorfall jedenfalls noch nichts. Was entweder bedeutet, dass es noch nie jemand gemacht hat, oder aber, dass mitnichten eine sofortige Panik unter den Fluggästen ausbrechen würde, das Flugzeug notladen und ich bis ans Ende meiner Tage an den verursachten Kosten zahlen müsste, wie es sich meine Fantasie sofort ohne jegliches Zutun meinerseits sehr plastisch ausmalte.
Beide Erklärungen fand ich sehr wenig wahrscheinlich, um so verführerischer daher der Drang, die Sache mit einem kleinen Schlag aufzuklären. Weniger aus finanzieller Not, als aus der Überlegung, dass verspätungsbedingt meine Chancen, die letzte S-Bahn vom Flughafen noch zu erwischen bereits recht gering waren, habe ich es dann doch nicht gemacht.
Langweilig.
Noch besser als Papiertüten waren damals übrigens nur noch Sunkist Tetrapaks und Capri-Sonne Tüten. Eine beschichtete Kotztüte hatte ich leider nie vorher zur Verfügung, aber ich habe mir fest vorgenommen, beim nächsten Flug Testobjekte für kontrollierte Versuche unter Laborbedingungen zu sammeln.

Comments off


Hand in Hand mit der Klimaerwärmung, zeitlich passend retardiert Gedanken zum Zürcher Hochnebel, dem treuen Gesellen der nächsten 4 Monate:

Das Gute am Nebel
Eine positivistische Kurzbetrachtung…

HochNebel hüllt das Leben ein
Gut! Dann regnets nicht von oben rein.

Nur Kondensation und WasserAusKämmung
Es reicht dann Fleece statt Wasserdämmung

Wie graue Watte auf den Beeten
auf Glatteis muss man dann nicht treten!

Nur Sonne gibts im Nebel keine
Das Münzmallorca nimmt auch Scheine…

Comments off


Was man mal nicht vergessen sollte:
Es gibt Lebewesen, die völlig ungeniert mit dem Darm atmen, dabei Ihre Überlebensfähigkeit wesentlich verbessern und trotzdem regelmässig Geschlechtsverkehr haben. Oder auch mal ins Kino gehen, und sich nicht ständig wegen Umweltverschmutzung, Globalisierung und Nahostkonflikt um den Schlaf bringen.

Darmatmung bedeuted dabei Sauerstoffaufnahme, und daher ist das keine dumme Ausrede für Menschen, die sich hauptsächlich auf das sporadische Ausatmen durch den Darmschlauch konzentrieren.

Machen wir uns nichts vor, das bedeutet eindeutig, dass die Evolution uns heimtückisch in eine Sackgasse gelenkt hat:
45 Millionen Jahre Cephalisation für den Arsch.

Comments off


Woran liegt es eigentlich, dass viele Westeuroper ihren Mitbrgern orientalischer Herkunft, selbst wenn diese schon auf den ersten Blick den Anschein einer vollkommenen und perfekten Integration in die jeweilige lokale Kultur erwecken, zumeist eher skeptisch gegenberstehen, whrend sich gleichzeitig lig-klebrige schwarze Afghanen schon seit langem grsster Beliebtheit erfreuen?

Comments off


Vor 4-5 Jahren habe ich bei dooyoo.de mal ne ganze Reihe Testberichte unter dem Pseudonym ‘Flyguy’ (Oh mein Gott) geschrieben, vor allem ‘Musikrezensionen’. Ich finde es grad sehr lustig, die nochmal zu lesen. Zum Teil gabs recht groe Resonanz, deshalb stell ich sie einfach mal hier ein…

>>>>
Seine Knie waren pltzlich eingeknickt und hatten ihn zurck in seinen Sessel gezwungen. Nur mit Mhe hatte er einen Sturz mitten auf den kleinen 70er-Jahre Plastiktisch verhindern knnen, auf dem ein Kunstfaserdeckchen mit geometrischen Figuren in verschiedenen Rot- und Brauntnen von leeren Flaschen, Aschenbechern, Kassettenhllen und dutzenden Papieren aller Gren fast verdeckt wurde.
Eben noch war er erregt aufgesprungen und hatte unglubig auf den kleinen Fernseher gestarrt, im nchsten Augenblick sackte er in sich zusammen und schien in dem mit rotem Samt bespannten Schalensessel fast zu versinken.
Immer tiefer zog es ihn hinunter, als wrde sich der Sessel langsam seinem Krper anpassen und sich sanft um ihn legen. Gleichzeitig bekam er das Gefhl, dass seine Beine anfingen zu wachsen und sein Knie immer hher und hher ber dem Boden ragten, whrend sein Kopf langsam zwischen den Schultern zu versinken drohte.
Das Gequake des Fernsehers rckte immer mehr in den Hintergrund und verband sich mit der intensiver werdenden Musik der Stereoanlage, die begann, den Raum auszufllen.
Ein dnner, weier Schleier zog vor seine Augen, verbunden mit einem leichten Brennen, und die Farben um ihn herum schienen gleichzeitig zu verschwimmen und doch immer lebendiger zu werden.
Die Lichtpunkte der Diskokugel ber ihm wichen immer fter von ihrer stetigen Bahn ab und die bunten Spots warfen immer neue Schatten in alle Ecken des Raumes.
Er blickte starr in die hinterste Ecke des Raumes, wo orange Blasen sich behbig vom Boden der Lavalampe lsten und langsam nach oben stiegen.
Die Musik lief langsam in seinen Kopf, die Bsse schwappten wie eine zhe Flssigkeit durch seinen Schdel und lsten kleine bunte Blitze aus, die durch eine trge graue Masse zuckten.
Das Muster der Tapete begann unmerklich, sich in kleinen Spiralen aufzudrehen.
Er schloss die Augen.
Augenblicklich begannen Tne und Klnge auf ihn einzustrzen.
Mehr und mehr Instrumente und Gerusche trennten sich auf und nahmen feste Orte an in einem Raum aus Klang. Melodien, komplex und doch schn und klar, zogen in pulsierenden Reihen durch Ihn hindurch.
Als er die Augen ffnete, starrte er benommen auf die Lavalampe, in der eine dicke orange Blase reglos in der Mitte der Flasche hing. Dahinter konnte er die Lichtflecken der Diskokugel sehen, die bewegungslos an der Wand verharrten. Er zwang sich, den Blick auf seine Beine zu richten: seine Knie stakten in absurdem Winkel in die Hhe. Zwischen ihnen hindurchblickend bemerkte er, wie einzelne Fasern des Teppichs begannen, langsam an seinen Waden emporzuwachsen.
Er nahm all seine Kraft zusammen und kippt nach links aus dem Sessel, rappelte sich auf und taumelte zur Tr, in den Gang, die Kellertreppe hinauf und vor die Tr.
Die Sonne schickte Ihre letzten Strahlen ber das Land direkt in seine Netzhaut und ein leichter Wind fegte den Nebel aus seinen Augen.
Stille legte sich auf ihn wie ein Vakuum, schien das Gewummere der Musik hinter ihm zu verschlucken, kein Laut dran von der Strasse, keine Stimme.
Er trat zgerlich zwei Schritte aus dem Hof und blickte irr auf das Wahlplakat auf der gegenberliegenden Seite.
Er war pltzlich wieder ganz klar.
Er hatte sich dafr entschieden zu bleiben. Gestern hatte er das Ticket in letzter Minute zurckgegeben und damit auch das Geld abgelehnt.
Eben hatten sie das amtliche Endergebnis bekannt gegeben.
Bei 46% Wahlbeteiligung und mit einfacher Mehrheit wrde Roland Koch der nchste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland werden.

Comments off